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Yanti Somer
Vier Fäuste für ein Halleluja
Verflucht, verdammt und Halleluja
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Interview (2013)
Yanti Somer in der ci-db
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Interview mit Yanti Somer

Schon viele Jahre hatte ich immer mal wieder versucht in Erfahrung zu bringen, was aus Yanti Somer, der bildhübschen Frau an Terence' Seite in Vier Fäuste für ein Halleluja und Verflucht, verdammt und Halleluja geworden ist, nachdem sie 1982 plötzlich von den Bildschirmen verschwand und sie praktisch nicht mehr auffindbar war. Dementsprechend aufgeregt war ich, als ich nun tatsächlich im Auto saß auf dem Weg zu der Frau, die ich schon so lange suchte. Yanti begrüßte mich in ihrem Haus auf Englisch. Sie sagte, dass sie es kaum glauben könne, dass nach so langer Zeit noch jemand nach ihr sucht. Zur Begrüßung gab es ein paar kalte Getränke und etwas Smalltalk über die Anreise und das schöne Wetter. Schließlich gab sie mir die Erlaubnis ihr ein paar gezielte Fragen zu stellen.

Wann und wo wurdest Du wirklich geboren?

Am 29.2.1948 in Helsinki.

Yanti Somer ist nicht dein richtiger Name, oder? Es gibt zudem noch viele andere bekannte Namen unter denen Du aufgetreten bist. Verrätst Du mir deinen echten Mädchennamen?

Ich wusste gar nicht, dass ich so viele Namen habe (lacht). Ich wurde als Kirsti Elisa Somersalo geboren. In meiner Kindheit wurde ich aber immer nur Titti genannt. Mein Vater ist leider sehr früh gestorben. Ich war gerade erst 16 Jahre alt. Meine Mutter wurde auch nicht sehr alt. Yanti wurde ich erst genannt, als ich nach Paris kam. Das war ca. 1968 in der Zeit der Hippies und des freien Lebens.

Wie kam es dazu, dass Du Yanti genannt wurdest?

Ich lebte damals einfach so in den Tag hinein. Manchmal hatte ich nichts zu Essen, weil ich kein Geld mehr hatte. So fing ich an in einem Restaurant als Bedienung zu arbeiten. Eines Tages wurde ich von einem Fotografen angesprochen. Er meinte ich sollte es mal als Model versuchen. Der Fotograf war sehr angetan von der indischen Welt und esoterischen buddhistischen Weisheiten. Er leitete das indische Wort „Shanti“ ab und gab mir den Namen Yanti Somer. Er wollte das mein Name etwas Besonderes sei und dass man ihn sich leicht merken kann. Von da an nannte mich jeder nur noch YANTI. Das ist bis heute so geblieben, allerdings mit einem kleinen Unterschied, denn im Italienischen gibt es kein Y und kein J. So werde ich hier von allen IANTI genannt.

Wie bist Du zum Film gekommen?

Das weiß ich nicht mehr so genau. Ich war bei so vielen Castings und habe so viele Jobs als Model gemacht. Irgendjemand hat mich dann in einen Film gesteckt. Das ging alles über Agenten.

Stimmt es, dass Enzo Barboni und Terence Hill Dich für die Fortsetzung des Trinità- Films ausgesucht haben?

Auch das kann ich weder bestätigen noch verneinen. Ich wurde zu dieser Zeit quasi überall gecastet. Auf einmal hieß es: „Du bist das neue Mädchen im Trinità-Film.“ Für mich war das eine ganz neue Erfahrung. Die Produktion war sehr groß. Ich traf auf Stars wie Bud Spencer und Terence Hill. Enzo Barboni war super. Er war so ein netter Mann. Es war wirklich eine sehr schöne Zeit!

Wie war es mit Bud und Terence zu drehen?

Sie waren beide immer sehr nett!! Mit Bud hatte ich aber nicht so viele gemeinsame Szenen. Ich habe viel Zeit mit Terence verbracht. Er war wirklich ein unglaublich netter und sehr höflicher Mann, der überhaupt keine Starallüren hatte. Er gab mir nie das Gefühl, dass ich nur nur eine kleine dumme Nebendarstellerin sei.

Yanti, ich muss Dich was fragen,...

Natürlich, frag ruhig, aber ich glaube, ich kenne die Frage schon...

Warst Du zu dieser Zeit Single und fandest Terence attraktiv? Ich finde auf manchen Bildern siehst Du richtig verliebt aus, z.B. in der Szene im Kloster beim Kuss, wo Ihr auf dem Boden liegt.

OOOOOOH ja.. das lag daran das ich wirklich bis über beide Ohren in Ihn verliebt war. Ich wusste aber, dass er verheiratet ist und einen Sohn hat. Speziell bei Verflucht, verdammt und Halleluja haben wir viel Zeit miteinander verbracht. Wir entdeckten die Liebe zur Natur, sind viel gewandert und haben viel geredet. Die Wälder in Jugoslawien waren wunderschön. Es ist aber nie etwas passiert! Terence war immer korrekt und unglaublich charmant, ein wirklich sehr schöner und interessanter Mann. Wäre er nicht verheiratet gewesen..., wer weiss... (lacht)

Hast Du Ihn jemals wiedergesehen?

Leider nein. Manchmal habe ich ihn im Fernsehen gesehen in all den Filmen die er gemacht hat, auch in Don Matteo usw.. Ich hoffe aber, dass wir uns eines Tages noch einmal wieder über den Weg laufen.

Stimmt es, dass Du mit Pierre Brice eine Beziehung hattest?

Ja, aber nur sehr kurz. Wir sind bald wieder getrennte Wege gegangen. Er drehte sehr viel und ich habe viel gemodelt.

Was ich mich, und viele andere sich auch, all die Jahre gefragt haben, warum bist Du von heute auf morgen von der Bildfläche verschwunden? Du hast mit Terence zwei große Filme gedreht, danach nur noch eher kleine Rollen. Aber der Name Yanti Somer war doch bekannt?! Warum wurde nicht mehr daraus?

Das hatte mehrere Gründe. Wie ich schon erwähnt habe, war ich sehr jung und naiv, manchmal auch richtig dumm. Ich hatte einfach die falschen Berater und Agenten. Die wollten alle viel Geld mit mir verdienen und haben mir Rollen besorgt, die ich ohne Nachfragen angenommen habe. Später habe ich noch in diesen billigen, aber durchaus lustigen Weltraumfilmen mitgespielt. Es war noch ein Highlight Christopher Reeves kennenzulernen. Eigentlich hätte ich schon gerne noch Filme gemacht, aber es war auch ein sehr großes Problem, dass mein Mann unglaublich eifersüchtig war. Wir hatten sehr oft Streit deswegen und er hat mich quasi dazu gedrängt aufzuhören. Schließlich wurde ich dann schwanger. Da verließ ich das Filmgeschäft und kehrte nie zurück.

Du hast mir vorhin gesagt, dass es Dich sehr wundert, dass nach so vielen Jahren jemand nach Dir sucht? Wie kommt das? Gab es, oder gibt es, nicht ständig Leute die Dich erkennen oder zumindest damals erkannt haben?

Nein, überhaupt nicht. Ich wurde nur einmal in meinem Leben am Flughafen von einem Italiener erkannt. Ich habe mein ganzes Leben noch nie ein Autogramm geschrieben.

Was? Moment mal, was ist mit dem Foto wo Du mit „Grosses Bises Yanti“ unterschrieben hast? Das ist das einzig bekannte Autogramm.

Hä? Zeig mal. Das soll ich geschrieben haben? Kann gar nicht sein. Ich kann mich nicht erinnern. Gib mir mal den Stift da und einen Zettel. Ich schreibe diesen Satz nochmal... Mmh, merkwürdig, es könnte wirklich meine Schrift sein. Na sowas?! Vielleicht habe ich das für einen Freund irgendwo hingekritzelt und es wurde an die Presse verkauft?!

Anschließend haben wir uns noch völlig ungezwungen weiter über Gott und die Welt unterhalten bis ich mich schließlich wieder verabschieden musste. Ich hatte an diesen Tag eine sehr aufgeschlossene und junggebliebene Frau kennengelernt und als ich langsam die Hofeinfahrt herunterrollte, meinte ich im Rückspiegel das unverschämt gut aussehende blonde Mädchen in ihren Siedlerklamotten zu erkennen, dass mir zum Abschied fröhlich winkte.

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