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Gisela Hahn
Bürgerlicher Name: Gisela Drenkhan
geboren: 13.05.1943 in Briesen, Westpreußen
Biografie

Kindheit und Jugend
Gisela Hahn wird am 13. Mai 1943 als Gisela Drenkhan in der kleinen Stadt Briesen im damaligen Westpreußen geboren. Der Vormarsch der Roten Armee zwingt die Familie zur Flucht. So kommt Gisela im Alter von zwei Jahren nach Hamburg. Kurz nach dem Krieg lassen sich ihre Eltern scheiden. Während ihre Mutter nach Brasilien auswandert, heiratet Ihr Vater noch einmal und zieht mit Gisela nach Visselhövede an den Westrand der Lüneburger Heide. Hier geht Gisela zur Schule, treibt viel Sport und wird später auch einmal Heidekönigin. Der Sport ist ihre große Leidenschaft und sie träumt davon an der Sporthochschule in Köln zu studieren. Für das Studium fehlt der Familie allerdings das Geld. Außerdem besteht ihre Stiefmutter darauf, dass Gisela nach der mittleren Reife die Schule verlässt, damit sie nicht noch drei Jahre bis zum Abitur zu Hause wohnt.
Schauspielerin in München
Nach der Schule zieht es Gisela Hahn in den Süden. In München geht sie zur Schauspielschule und nimmt dort Schauspiel- und Gesangsunterricht. Sie wohnt und arbeitet in der Zeit in Fischbachau am Schliersee, wo sie als Arzthelferin arbeitet, um den Schauspielunterricht zu bezahlen.

Im Jahr 1963 bekommt sie ihr erstes Theaterengagement. Das Stück heißt "Ein Kuss und sonst gar nichts" und wird am Theater in der Brienner Straße gespielt. Auf den Werbeplakaten lässt der Theaterdirektor ohne Giselas Wissen ihren Namen zu "Gisela Hahn" verkürzen. Gisela ist todunglücklich darüber, weil ihr der neue Name überhaupt nicht gefällt. Sie behält ihn für das nächste Engagement am Deutschen Theater dennoch, da ihr gesagt wird, dass es Unglück bringt, wenn man den Namen noch einmal ändert.

Ihre erste Kinorolle hat sie ein Jahr später in der Komödie "Die lustigen Weiber von Tirol". Es folgen Rollen in Rolf Thieles "DM-Killer" und in der Peter-Alexander-Komödie "… und sowas muss um 8 ins Bett". Im Jahr 1965 reist Gisela Hahn schließlich für eine Woche nach London, um Probeaufnahmen für den neuen James-Bond-Film "Feuerball" zu machen. Über 30 junge Schauspielerinnen sprechen für die Rolle vor. Am Ende entscheidet es sich zwischen Gisela Hahn und der Französin Claudine Auger, die schließlich die Rolle bekommt. Gisela Hahn bekommt als Entschädigung eine Rolle in der Edgar-Wallace-Verfilmung "Neues vom Hexer". Es folgen weitere kleinere Rollen, u.a. in "Kommissar X – In den Klauen des goldenen Drachen" und "Mister Dynamit – Morgen küsst euch der Tod", bevor Gisela Hahn 1968 die Entscheidung trifft München und Deutschland zu verlassen und nach Rom zu gehen.
Die rechte und die linke Hand des Teufels
Italien ist zu Beginn der 70er-Jahre das Mekka des europäischen Kinos. Pro Jahr entstehen hier weit über 300 Filme und da die Italiener ihre Filme in der Regel hinterher synchronisieren, versuchen in dieser Zeit sehr viele europäische und auch amerikanische Schauspieler ihr Glück in der italienischen Hauptstadt.

In Rom bekommt Gisela eines Tages einen Anruf. Sie möge in die Paolis-Filmstudios kommen, denn man hätte dort eine Rolle für sie. Dort angekommen bekommt sie ein Drehbuch in die Hand gedrückt, welches sie sofort lesen soll. Sie liest das Drehbuch, mag die ihr angebotene Rolle aber überhaupt nicht. Als sie schon fast wieder draußen ist, ruft der Produzent Roberto Palaggi ihr die Frage hinterher, ob sie Lust habe einen Western zu drehen. Für die sportliche Gisela war es immer ein Traum einen Western zu spielen und so sagt sie direkt zu. Palaggi nimmt sie an die Hand und geht mit ihr in eine Halle auf dem Gelände des Studios. Dort wird schon gedreht und mittendrin steht Regisseur Enzo Barboni. Palaggi fragt Barboni, ob ihm Gisela gefalle, was er mit einem einfachen "Bellissimo bellissimo" beantwortet. Gisela wird erklärt, dass sie ein Mormonen-Mädchen spielen soll. Ihre Gage beträgt 1 Millionen Lire, damals ungefähr 7000 DM. Gisela nimmt mit Freude an und ist somit wenig später an der Seite Bud Spencer und Terence Hills in Die rechte und die linke Hand des Teufels zu sehen. Die Dreharbeiten machen Gisela viel Spaß, die Zusammenarbeit mit Bud Spencer und Terence Hill beschreibt sie als fantastisch. Während der Dreharbeiten schreibt Gisela ihren Freund Horst Sommer eine Karte. Horst Sommer ist Synchronregisseur, der zudem aber auch gelegentlich in Rom aufkreuzt, um Italo-Western für den deutschen Markt einzukaufen. Gisela schreibt ihm, dass sie gerade einen interessanten Western dreht, der sehr witzig sei und ohne Blut und Gewalt auskomme. Sie legt ihm Nahe sich um die Verleihrechte für Deutschland zu bemühen. Horst Sommer befolgt den Rat seiner Freundin und kauft die Rechte an dem Film für 50.000 Dollar ein und macht damit das Geschäft seines Lebens. Gisela Hahn bekommt für die Vermittlung zum Dank einen Rosenstrauß.
In Rom
Gisela bleibt der italienischen Hauptstadt treu. Der große Durchbruch als Schauspielerin bleibt ihr zwar zeitlebens verwehrt, aber sie ist gut im Geschäft und ist in den folgenden Jahren in vielen Kino- und TV-Produktionen zu sehen, u.a. in "Kommissar X jagt die roten Tiger", "Zwei wilde Compañeros", "Cesar und Rosalie", "Michel bringt die Welt in Ordnung", "Wolfsblut greift ein", "Ran an die hübsche Paukerin" und "Zwei Supertypen räumen auf". Auch im Spencer/Hill-Universum taucht sie noch einmal auf. In Bud Spencers Soloabenteuer Banana Joe ist sie als Werbeansagerin für ein Parfüm zu sehen. Im Dezember 1976 kann man sie zudem hüllenlos in der italienischen Ausgabe des Playboys bewundern.

Gisela Hahn arbeitet in dieser Zeit aber nicht nur als Schauspielerin. Sie hat hervorragende Kontakte in die Filmwelt und nutzt diese, um zwischen Produzenten, Regisseuren und Schauspielern zu vermitteln. Darüber hinaus synchronisiert sie für deutsche und italienische Produktionen und übersetzt Skripte aus dem Deutschen ins Italienische, wie z.B. bei der der deutschen TV-Serie "Der Fall Oppermann", die die RAI eingekauft hatte.
Abschied aus Rom – Wechsel hinter die Kamera
Im Jahr 1983 kommt Filmverleiher und Produzent Dieter Geissler auf Gisela zu und fragt sie, ob sie nicht zusammenarbeiten wollen. Gisela bringt ihre Beziehungen, Kontakte und ihre guten Sprachkenntnisse ein und organisiert fortan für den Filmvertrieb "Cinevox" Filmfestivals und den Vertrieb deutscher Filme ins Ausland. Später arbeitet sie in gleicher Funktion für ihren Lebensgefährten Bodo Scriba in der "Scriba Film Holding" mit der sie u.a. an der Produktion von "JFK", "Free Willy", "Sommersby" und "Falling Down" involviert ist. 1999, nach ihrer Trennung von Bodo Scriba, steigt Gisela Hahn aus dem Filmbusiness aus und geht auf Theatertournee.

Die Schauspielerei gibt Gisela aber auch in der Zeit nie komplett auf. Sie hat zwar längst nicht mehr so viele Auftritte wie in den Jahren zuvor, ist aber immer mal wieder als Gaststar in deutschen TV-Serien zu sehen, so z.B. in "SOKO 5113", "Küstenwache", "Unser Charlie" und "Verbotene Liebe". Bis heute steht Gisela noch vor der Kamera. Zuletzt war sie im Dezember 2019 in der Episode "Die Lüge, die wir Zukunft nennen" aus der Krimireihe "Polizeiruf 110" zu sehen.

Weiterführende Links:
Internet Movie Database

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Filmliste
Nr. Jahr Filmname Rollenname Synchronsprecher Bild
1. 1970 Die rechte und die linke Hand des Teufels Sarah  
2. 1982 Banana Joe
(als Gisela Hann)
Werbeansagerin Christel Merian 
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