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Bud Spencer
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Abschied von einer Legende
Ein Bericht über die Trauerfeier und die Beerdigung von Bud Spencer am 29. Juni und 30. Juni 2016 in Rom
Abschied in drei Akten
Die Trauerfeier
Die Beerdigung
Terence Hill erinnert sich an Bud Spencer
Die Trauerfeier
29.06.2016 - 10:00 Uhr bis 19:00 Uhr - Campidoglio (Kapitol) direkt neben der Piazza Venezia

Von 10.00 Uhr bis 19.00 Uhr konnten sich hier die Menschen in aller Ruhe von Bud verabschieden. Da ich keinen früheren Flug buchen konnte, kam ich erst gegen 16.00 Uhr an Ort und Stelle an. Zu diesem Zeitpunkt waren sämtliche Trauerreden gehalten und die Presse hatte alle Berichte und Fotos im Kasten und sich schon lange wieder aus dem Staub gemacht. Die Schlange am Eingang zum Saal Protomoteca war auf ein paar Leute zusammengeschrumpft, in Tranchen von 15 Leuten wurden die Besucher in den Saal gelassen. So musste ich keine zwei Minuten warten, bis ich die Treppen hoch zum Saal erklimmen konnte.

Nach einer eher nachlässigen Taschenkontrolle ging es dann schon direkt in den Saal. Im Saal war es unheimlich stickig, obwohl er nur zur Hälfte gefüllt war. Aus den Lautsprechern erklangen Lieder aus den bekanntesten SpencerHill-Filmen in dezenter Lautstärke. Fünf Kondolenzbücher waren im Raum verteilt, in die jeder einen letzten Gruß an ihren Helden loswerden konnten.

Bud war inmitten vieler Blumen und Kränze an der linken Seite des Saals aufgebahrt. Ein leichtes Seidentuch war über ihn gespannt. Vor dem Sarg lagen einige Bilder und eine Packung Erdnüsse, von denen einige wiederum ausgekippt wurden. Neben den Erdnüssen lag ein Schriftstück, welches ich aber nicht entziffern konnte. Über die untere Hälfte des Sargs war eine Fahne der italienischen Olympiamannschaft drapiert. Eine große Fahne seines Vereins Lazio Rom lag direkt vor dem Sarg. Vor der Fahne legten die Menschen ihre Blumen nieder.

Rechts vom Sarg waren drei Banner aufgestellt. Eines seiner Heimatstadt Neapel, die anderen beiden ebenso von der italienischen Olympiamannschaft.

Links vom Sarg waren in drei Reihen Stühle für die Verwandten und engen Bekannten von Bud Spencer aufgestellt. Hier saßen unter anderem Buds Kinder und Enkelkinder. Seine Ehefrau Maria war nicht anwesend.

Als ich direkt vor Bud stand, wusste ich nicht, was ich denken sollte. Da lag nun der Mensch, der mit seinen Filmen einen so großen Teil meines Lebens eingenommen hat und der mich in allen Phasen meines Lebens begleitet und geprägt hat. Es war ein überwältigender und kein schöner Augenblick, den ich nicht vergessen werde.

Blumen konnte ich auf die Schnelle nicht auftreiben, wohl aber eine kleine Beileidskarte, die ich am Vorabend im Namen von ca. 20 deutschen Fans mit einem letzten Gruß und einem Gruppenfoto versehen hatte. Als eine Frau aus dem Verwandten/Bekannten-Bereich zu uns kam, sprach ich sie an und fragte sie, ob ich Giuseppe (Buds Sohn) die Karte persönlich überreichen dürfte. Sie sagte sofort ja und nahm mich sogar mit zu Giuseppe, der auf einem der hinteren Stühle saß und telefonierte. Als er das Gespräch beendet hatte, sprach ich ihm unter Tränen mein Beileid aus und sagte ihm, wie viel sein Papa mir und so vielen anderen Fans bedeutet. Er öffnete die Karte noch in meinem Beisein und musste auch ein Schluchzen unterdrücken. Er bedankte sich bei mir, wir umarmten uns und ich ging wieder zur Trauermenge nach vorne.

Nachdem ich mich im Kondolenzbuch eingetragen hatte, wollte ich noch nicht sofort aufbrechen und so blieb ich bestimmt noch zwanzig Minuten in der beklemmenden Stille des Saals und verfolgte das Geschehen.

Beim Rausgehen warf ich einen Blick auf die Warteschlange und stellte fest, dass diese mittlerweile wieder enorm angewachsen war und bis zum nächsten Block reichte. Der Besucherstrom will nicht enden und noch die nächsten zwei Stunden sagen die Menschen hier "Grazie, Bud".

Es war nun 17.00 Uhr und ich konnte eine Stunde persönlich Abschied von Bud nehmen.

Vielen Dank an Sebastian Meinschien für den Bericht und die Bilder!
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